Individualmundstücke

Karl Breslmair fertigt selbstverständlich auch individuelle Mundstücke, welche auf Ihre Bedürfnisse, Ansprüche und Vorlieben konzeptioniert werden. Die Möglichkeiten der Individualanfertigung reichen von 1-teiligen über 3-teilige Mundstücke bis hin zu eigens angefertigten Rändern. Hier finden Sie erste Informationen, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem ganz persönlichen Mundstück dienlich sind

Breslmair für Trompeten

Nachfolgende Abbildung zeigt ein Trompetenmundstück im Schnitt. Die angeführten Bezeichnungen treffen auf alle Arten von Mundstücken zu und sind teilweise Alt-Wiener Bezeichnungen, die ich beibehalten möchte.

Die Ränder

Die Randform des Mundstückes soll die Lippenschwingungen weitgehendst unterstützen, soll demnach weder zu breit (blockieren) noch zu schmal (schneiden) sein. Der gute Rand sollte ein ermüdungsfreies Spiel auch über längere Zeiträume ermöglichen. Extreme Formen sind zu vermeiden (steil nach innen oder außen abfallend, zu breit, zu schmal).

G: Alte Wiener Randform ohne Extreme. Markante Innenkante,
nach außen hin eher flach abfallend. Bietet gute Ausdauer.
L: Randform von Prof. Levora, Solist der Wiener Philharmoniker
in den 60er Jahren. Weniger Innenkante wie Rand G, nach außen
runder und steiler abfallend. Bietet sehr guten Ansatz.
H: Diese Randform ist dem weitverbreiteten Mundstück 1 1/2 C nachempfunden.
Schmaler Rand für hohe Beweglichkeit beim Spiel.
V: Entspricht der Randform 1 1/4 C. Damit biete ich die Möglichkeit,
von einem Serienmundstück ohne grö0ere Umstellungsprobleme
auf mein Modulsystem umzusteigen.
K: Die Innenkante entspricht dem Rand G, nach außen auf
28.0mm erweitert. Für mehr Ausdauer, ohne wesentlichem Verlust
der Flexibilität eines normal breiten Randes.
Empfohlen für seichte Kessel.
W: Die Innenkante entspricht dem Rand G. Außendurchmesser 29.0mm.
Gedacht für ermüdungsfreies Spiel über lange Perioden.
Empfohlen für seichte Kessel.
1: Randfrom Hans P. Schuh (Phil.)
Entstanden aus einem G1, welches mein Vater individuell,
den Erfordernissen entsprechend, abgeändert hat.
Hochliegende Innenkante.
1C: Kopie des Bachrandes 1C
Nach der Innenkante wurde die Randform derart geändert, dass dieser
Rand zur G-Kesselserie passt (nach Wunsch Martin Lechner).
E4: Kopie des Yamaha-Randes 15E4
Moderate Innenkante, nach außen steil abfallend.
Innenweite geringfügig enger als Standardränder.
Hans Gansch und Reinhold Ambros (Phil.) spielen auf diesem Rand.
7D: Kopie des Bachrandes 7DW.
Diese Innenweite (ca. 16,00mm) eignet sich in Verbindung mit der relativ großen Randbreite gut für Piccolounterteile.
Markante Innenkante für exakten Einsatz

Diese kleine Auswahl stellt nur einen Teil der verfügbaren Ränder dar und ist ein repräsentativer Querschnitt durch die gesamte Palette. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie das komplette Sortiment, welches ständig erweitert wird.

Anmerkung: Die Darstellung sämtlicher Ränder ist von der Größe her individuell, die Verhältnisse zueinander nicht proportional.

Und welches Breslmair spielen Sie?

  • TP1

    Bewertet mit 5.00 von 5
    99,00

    Das TP1 ist die solide Stütze für ambitionierte Blechbläser auf dem Weg zu absoluter Klangvielfalt sowie Perfektion.Bezaubernd einfache Ansprache besonders in tieferen Lagen kennzeichnen dieses Meisterstück.

    Dieses Mundstück ist sowohl für Trompeten mit Drehventilen als auch für Trompeten mit Pumpventilen (Périnet-Ventilen) geeignet.

    Detail-Spezifikationen:

    • Komplettmundstück
    • Vorgänger: G-Serie
    • Randform: T1
    • Außendurchmesser: 26,98 mm
    • Nennweite: 16,30 mm
    • Kesseltiefe: S
    • Bohrung: 3,66 mm
    • Stengel: R
    • Stengelgröße: eng

    Technische Weiterentwicklung und Verbesserung der legendären G-Serie für die Trompete.

    inkl. 20% MwSt.

  • G2

    119,00209,00

    G2 – Komplettmundstück

    Das weltweit meist geschätzte und meist gespielte Breslmair-Modell.

    Dieses Mundstück wird für Trompeten mit Drehventilen empfohlen. Bitte fragen Sie nach unseren Modellen für Trompeten mit Pumpventilen (Périnet-Ventilen) per Kontaktformular.

    Detail-Spezifikation:

    • Komplettmundstück
    • Randform: G
    • Außendurchmesser: 27,50 mm
    • Nennweite: 16,72 mm
    • Kesseltiefe: Medium
    • Bohrung: 3,80 mm
    • Stengelgröße: weit

    inkl. MwSt.

  • TP2

    Bewertet mit 4.86 von 5
    169,00

    Karls Meisterstück für Ihre Trompete – der treue Begleiter von der Blasmusik bis hin zum gehobenen Orchester.

    Ausdauernder Klanggenuss über das gesamte Spektrum des Blechblasinstruments hinweg kennzeichnen dieses ausbalancierte Mundstück aus der Breslmair Werkstatt.

    Dieses Mundstück wird für Trompeten mit Drehventilen empfohlen. Bitte fragen Sie nach unseren TP-Modellen für Trompeten mit Pumpventilen (Périnet-Ventilen) per Kontaktformular.

    Detail Spezifikationen:

    • Komplettmundstück
    • Vorgänger: G-Serie
    • Randform: T2
    • Außendurchmesser: 27,32 mm
    • Nennweite: 16,65 mm
    • Kesseltiefe: M
    • Bohrung: 3,80 mm
    • Stengel: G
    • Stengelgröße: mittel

    Technische Weiterentwicklung und Verbesserung der legendären G-Serie für die Trompete.

    inkl. 20% MwSt.

  • G3

    119,00209,00

    G3 – Komplettmundstück

    Dieses Mundstück wird für Trompeten mit Drehventilen empfohlen. Bitte fragen Sie nach unseren Modellen für Trompeten mit Pumpventilen (Périnet-Ventilen) per Kontaktformular.

    Detail-Spezifikation:

    • Komplettmundstück
    • Randform: G
    • Außendurchmesser: 27,50 mm
    • Nennweite: 16,72 mm
    • Kesseltiefe: Medium
    • Bohrung: 3,80 mm
    • Stengel: S
    • Stengelgröße: mittel

    inkl. MwSt.

  • TP3

    Bewertet mit 5.00 von 5
    209,00

    Die Breslmair Exzellenz für Ihre Trompete.

    Das TP3 ist die erste Wahl für Solisten erster Besetzungen und absolute Meister ihres Faches. Sowie für jene, die danach streben.

    Bestechend sauberer Klang bis in höchste Tonlagen in äußerster Präzision.

    Dieses Mundstück wird für Trompeten mit Drehventilen empfohlen. Bitte fragen Sie nach unseren TP-Modellen für Trompeten mit Pumpventilen (Périnet-Ventilen) per Kontaktformular.

    Detail-Spezifikation:

    • Komplettmundstück
    • Vorgänger: G-Serie
    • Randform: T3
    • Außendurchmesser: 27,32 mm
    • Nennweite: 16,88 mm
    • Kesseltiefe: T
    • Bohrung: 3,90 mm
    • Stengel: 89,00 mm
    • Stengelgröße: weit

    Technische Weiterentwicklung und Verbesserung der legendären G-Serie für die Trompete.

    inkl. 20% MwSt.

Ränder für Trompetenmundstücke des Modulsystems

…. was man wissen sollte

Der Rand ist für Sie das wesentlichste Element in Ihrer persönlichen Musikwelt – Ihr Kontrollzentrum. Jeder Bläser hat sein individuelles Klangkonzept, das zu verwirklichen er zu jeder Zeit bestrebt ist. Über dieses Kontrollzentrum wird die Lippe in einer Art und Weise, größtenteils unbewusst, gespannt und durch den Luftraum aus dem Rachenraum zu Schwingen gebracht . So wie Sie Ihre Konfektionsgröße kennen und danach Ihre Kleidung wählen, müssen Sie auch Ihre Randgröße und Randform finden. Meine Empfehlung in Bezug auf die Innenweite ist dabei: So eng als möglich, so weit wie nötig. Überdimensionierte Innenweiten bringen zwar einen schönen, vollen Ton (und den Ton bringt in erster Linie die schwingende Lippe!), doch schränken diese sowohl Ausdauer als auch Höhe ein.
Breite Ränder sind bequem, Sie verlieren jedoch an Beweglichkeit und Treffsicherheit. Wenn Ausdauer nicht das vordringlichste Ziel Ihrer Suche ist, so wählen Sie eher mittlere bis schmale Ränder, sie vermitteln Ihnen einen sofortigen und unmittelbaren Kontakt mit Ihrem Mundstück.

Randform Außendurchmesser Nennweite Kesselweite Bemerkung
R 27,7 15,973 16 Rand Prof. R. Rudolf (Wr. Symphoniker)
7D 27,95 15,974 16 entspricht Bach 7DW Mt. Vernon
7E 27,7 15,974 16 Innenkante 7D außen flach und breit
2DE 27,956 16,088 15,64 Rand Tilz 2DE
BB 27,89 16,096 16 Rand eines Piccolomundstückes, breit
K16 27,6 16,322 16 Randform K für Modulkessel 16,0mm
EL 27,446 16,328 16 Rand Engelbert LOIDL. RSO Wien
N5 28,27 16,383 16 Randform nach Bo Nilson
4X 28,199 16,448 16 Rand Denis Wick 4X
7CE 27,62 16,471 16 Rand Tilz 7CE
V16 26,915 16,477 16 Randform V passend für Modulkessel 16,0mm
B 29 16,551 16,4 Breitrand, runde Kontur, angenehm
A 27,769 16,606 16,4 runde Kontur, nach altem Faconmesser A
2C 26,893 16,629 16,4 Kontur nach Bach 2C
E4 27,626 16,633 16,4 Rand Yamaha 15E4
112 27,2 16,645 16,4 Rand entspricht Bach 11/2C
T6 27,414 16,646 16,4 Rand Schantl T6
GS 27,543 16,664 16,4 ähnlich Rand G, nach altem Formmesser S2
GI 1 27,424 16,668 16,4 eine alte Variante der Randform G
V2 27,115 16,677 16,4 Kontur nach Bach I1/4C, 0.2mm enger als V-Rand
S 27,5 16,69 16,4 Nach Randfaconmesser S
1 27,496 16,693 16,4 Randform H.P. Schuh (Phil.)
2 27,496 16,693 16,4 Randform H.P. Schuh (Phil.) mildere Innenkante
3 27,22 16,694 16,4 Rand Bach Nr.3 (Arnold Mehl)
ST 27,408 16,706 16,4 Rand K. Steininger (Symph.)
ST4 28,008 16,706 16,4 Rand K. Steininger (Symph.), breit
G 27,5 16,718 16,4 Rand der Komplettmundstücke Serie G
G2B 27,45 16,72 16,4 Urform des Randes G
HD 27,762 16,722 16,4 Rand H. Demmer (Tonkünstler)
K 28 16,722 16,4 Innenkante nach Rand G, außen breiter, steiler
W 29 16,722 16,4 Breitrand für größere Ausdauer
GL 27,522 16,742 16,4 ähnlich Rand G, nach außen steiler abfallend
GW 27,5 16,752 16,4 Ursprüngliche Form des Randes G
L 27,376 16,754 16,4 Kontur nach Prof. Levora (Phil.)
3C 27,3 16,824 16,4 Bach 3C Mt. Vernon (Tamas Velenczei)
H 27,432 16,829 16,4 Kontur nach Bach I1/2C, modifiziert
VC1 27,315 16,867 16,4 Variation von V, schärfere Innenkante R1.452
VC2 27,315 16,875 16,4 Variation von V, schärfere Innenkante R1.389
V 27,315 16,877 16,4 Kontur nach Bach I1/4C, modifiziert R1.629
17 27,457 16,91 16,4 Rand Schilke 17
7C 27,003 16,954 16,4 Kontur nach Bach 7C
114 27,498 16,994 16,5 Rand entspricht Bach 1’/4C
GW5 27,769 17,02 16,5 Randkontur GW, größere Innenweite
1 C 27,33 17,163 16,4 Bach 1C, modifiziert
Randform Außendurchmesser Nennweite Kesselweite Bemerkung

Die Ränder aus unserem Standardsortiment

Die Reihenfolge der Modelle ist nach der Nennweite sortiert. Diese ist das Innenmaß des Randes, gemessen bei einer Tiefe von 1.5 mm. So weit dringt die schwingende Lippe ungefähr in den Kessel ein und vermittelt dir die subjektive Weite (bei jedem Rand und jedem Bläser unterschiedlich).
Der theoretisch größte Druck auf Lippe und Kieferbogen wird am höchsten Punkt festgestellt. Dieser vermittelt dem Bläser einen zusätzlichen Eindruck der „Randgröße“. Druckmildernd wirkt die Breite des Randes.

Diese Tabelle stellt unser Standardsortiment dar und besteht aus beliebten und bewährten Rändern. Eine Ähnlichkeit mit Rändern anderer Hersteller ist gewollt und soll dem Musiker die Möglichkeit bieten, seinen gewohnten Ansatz mit anderen klanglichen Möglichkeiten zu verbinden.

Randform Nennweite *) Außen Ø höchster Punkt Weite Bemerkung
7D-B 15,974 27,875 19,998 B ähnlich Bach 7DW aus 1988, breit und angenehm eng
EP-B 16 26,993 20,157 B Rand für Piccolo, Peter Weitzer
BB-C 16,096 27,89 21 C Rand für Piccolo, Karl Breslmair sen. 1975
L8-C 16,18 26,776 20,254 C Rand L auf Kesselweite 15,8 verengt, hochwertiger Piccolorand
W-D 16,306 28,6 20,89 D der beliebte Breitrand W in einer engen Variante
V16-E 16,477 26,915 20,619 E Rand V um 0.4 mm enger
7C-E 16,593 26,85 20,032 E nach Bach 7C aus 1990
A 16,606 27,799 21,01 G runder, angenehmer Rand, Breslmair 1986
14 16,61 27,157 20,616 D ähnlich Schilke 14, Szoltan Kellner, Baden, 2004
E4-G 16,633 27,626 20,79 G nach Hans Gansch, Alt-Wiener Rand, ähnlich 15E4
112 16,645 27,21 20,449 G ähnlich V. Bach 1 1/2
GT 16,656 27,472 20,609 G Gabor Tarkoevy, Berliner Philh., mod. G11 Rand Breslmair
3 16,694 27,22 20,743 G für Arnold Mehl, Bach-Trompetenensemble München
W 16,706 29 21,29 G Breitrand mit Innenkante des G-Randes
K 16,721 28,001 21,29 G Innenkante entspricht G, aussen breiter
G 16,722 27,5 21,032 G Standardrand der Breslmair G-Serie, sehr gute Klangergebnisse
L 16,78 27,376 20,854 G Rand Prof. J. Levora, Lehrer von Prof. J. Pomberger
3C 16,824 27,3 20,809 G Rand Tamas Velenczei, nach Bach 3C Mt. Vernon
H 16,869 27,442 20,681 G bequemer Allround-Rand
4X 16,876 28,199 20,923 E nach D.Wick 4X, Helmut Demmer, NÖ Tonkünstler
V 16,877 27,315 21,019 G ähnlich Bach 1 1/4, sehr gute Ergebnisse
17 16,91 27,457 21,173 G ähnlich Schilke 17
14X 16,913 27,426 20,96 G Adam Rixer, Luxemburg, nach Bach 1 1/4C Mt. Vernon
1C-i 16,95 27,261 20,511 i nach Bach 1C, 1996

In der Zeichnung darunter sehen Sie einen Rand im Querschnitt mit den zugehörigen Bezeichnungen.
Unterschiedliche Farben auf der linken Querschnittseite indizieren unterschiedliche Radien, aus denen ein Rand gebildet wird.

Die Kessel

Die Form des Kessels ist entscheidend, um die gewünschte Klangfarbe zu erlangen und dem Spiel den gewünschten Ausdruck zu verleihen. Nach wie vor stimmt, dass ein großer Kessel eher zu einem schönen runden Ton beiträgt als ein seichter. Doch letztlich sollte alleine der Bläser entscheiden, welcher Kesseltyp zu seinem Wohlbefinden im Spiel führt.

G1: Zurückgehend auf ein altes Wiener Mundstück der Wr. Philharmoniker.
Ausgangspunkt aller G-Mundstücke. Großes Tonvolumen und sonorer Klang.
G2: Seichter wie G 1, hervorragende Klangqualität und Intonationsfähigkeit.
Beliebtestes Orchestermundstück.
G3: Für talentierte Schüler ebenso geeignet wie für Berufsmusiker. Empfehlenswert für Blasmusik und Unterhaltungsmusik.
G4: Musiker, die sich der moderneren Musik verschrieben haben werden an diesem Modell Gefallen finden.
Kleinere Bohrung (3.60mm) im Kessel, sehr seicht, doch weites Herz, um den Ton nicht zum Gellen zu bringen.
Auch als Piccolo-Mundstück verwendbar
G5: Seichter Kessel für Jazz und Bigband, mit entsprechendem Stängel ein hochwertiges Piccolo-Mundstück.
G6: Extrem seichter, flacher Kessel für extreme Höhen mit der entsprechenden Stängelbohrung.

Diese kleine Auswahl stellt nur einen Teil der verfügbaren Kessel dar, und bildet den Grundstock der gesamten Palette. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie das komplette Sortiment, welches ständig erweitert, bzw. verbessert wird.

… im Zentrum der Betrachtungen

liegt sicher der Kessel eines Mundstückes. Er scheint die Lösung aller Probleme in sich zu bergen. Er ist der Ausgangspunkt für alle wohlklingenden und auch schrillen Töne. Er formt den Klang, zwingt den Luftstrom, engt die Lippen ein oder gibt ihnen zu viel Freiraum. Er ist zu tief und auch wieder zu seicht. Er verträgt sich mit den Pumpenventilen, nicht aber mit Drehventilen …

Frägt Sie mich, als Hersteller, wie der ideale Kessel auszusehen hat, so kann ich Ihnen nur sagen: er muss dem Bläser, seiner Musik und seinem Instrument angepasst sein. Bei aller Forschungstätigkeit, die Blechblasinstrumente und Mundstücke über sich ergehen lassen mussten, konnten doch keine Ergebnisse erzielt werden, die dem Hersteller konkrete Vorgangsweisen gaben.

Meister fertigten empirisch, in Zusammenarbeit mit ihren Testbläsern, Mundstücke, die deren Klangvorstellung gerecht zu werden versuchten. Zahllose Modelle wurden kreiert und wieder verworfen, Modellpaletten vieler Hersteller sind schier unüberschaubar. Wer sollte über Vor- und Nachteile einzelner Produkte noch Bescheid wissen, Empfehlungen abgeben können?

Unsere Standardkessel sind die Modelle G1 bis G4, die ich von meinem Vater übernommen habe.
Diese haben noch immer ihren Stellenwert in der Beliebtheitsskala und sind aus unserem Sortiment nicht wegzudenken. Die Entwicklung der Spieltechnik, die Vielzahl an hochwertigen Instrumenten, und letztlich die Tatsache, dass unsere Firma Musiker rund um den Erdball beliefert, die unterschiedliche Anforderungen an ihre Ausrüstung stellen, regen uns dazu an, funktionierende Modelle weiter zu pflegen und dem Musiker individuell anzupassen.

Große Probleme bereitete den Herstellern von Mundstücken immer die Konstanz der Formen. Von Hand gefertigte Mundstücke blieben immer Einzelstücke und Prototypen. Das System der Tonbildung ist dermaßen kompliziert, daß schon kleinste Unterschiede durch Fertigungstoleranzen wesentliche Änderungen des Klangbildes oder des Spielverhaltens bringen. Um diese Fehler zu eliminieren arbeite ich mit modernsten Fertigungsmaschinen, teilweise unter Einsatz von Diamantwerkzeugen. Dadurch erreiche ich eine Wiederhol-genauigkeit im Mikrobereich. Abstriche dieser hohen Genauigkeit müssen ohnehin durch nachfolgende Arbeitsgänge bis hin zur Galvanisierung in Kauf genommen werden. Vielleicht fragen Sie sich bereits, warum ich keine konkreten Angaben über Kesselformen mache. Darauf kann ich nur sagen, daß es mir fern liegt, Banalitäten zu zitieren oder von anderen Verfassern abzuschreiben. Dieses Thema ist viel zu heikel, als es damit zu beschreiben, daß ein tiefer Modulkessel einen schönen großen Ton und ein seichter Modulkessel besser für die Höhe geeignet ist. Ich gebe V-förmigen Kesseln den Vorzug vor C-förmigen Kesseln. Letztere mögen für Perinetsystem vielleicht besser geeignet sein (mehr Widerstand durch Stau) doch klanglich rangiert in beiden Fällen ein V-förmiger Modulkessel vorne (Wiener Stil).

Wie steht es jedoch mit der Bohrung selbst? Sollte man 3,8 mm bohren oder 3,6 mm den Vorzug geben? Das sind bereits Feinheiten, die ebenfalls nicht generell beantwortet werden können. Liegt die Seele eher hoch, erreiche ich andere Eigenschaften als wenn sie tief liegt. Sehr wichtig ist die Länge der Seele selbst. Jeder Abschnitt des Kessels und eine Änderung daran bewirkt auch eine Änderung des Klanges und Ansprechverhaltens. Die Stengelbohrung kann nicht klug genug gewählt werden, um einem Modell das nötige Leben einzuhauchen. Jedes meiner Modelle durchläuft ein umfangreiches Testprogramm, bis es in das Standardsortiment aufgenommen wird. Zahllose Kombinationen werden ausprobiert, bevor ich eine Empfehlung zu geben wage.

Entscheiden wird letztlich der kritische Bläser, der spürt, welcher Type er den Vorzug gibt. Kein großes Sortiment kann einen Musiker zufriedenstellen, wenn er nicht weiß, in welcher Richtung er zu suchen hat, und keine blumigen Beschreibungen können ihm einen Eindruck vermitteln, wie sich ein Mundstück wirklich auf den Lippen anfühlt.

Kessel Bohrung Tiefe Kesselweite Bemerkung
GlW 3,8 TT 16,4 großes Orchestermodell f Deutsche Trompete
GE48 3,8 TT 16,4 Kesselform nach Yamaha 15E4
G1 3,8 T 16,4 Originalform des alten Mundstückes GI
G1 S 3,8 T 16,4 etwas seichter wie Gl, nach H.P. Schuh (Phil.)
G2B 3,8 MT 16,4 Urform des heutigen G2 Kessels
G2 3,8 MT 16,4 klassischer Orchesterkessel
G2S 3,8 MT 16,4 seichter und V-förmiger wie G2
G2A 3,8 M 16,4 nicht so tief wie G2
G3 S 3,8 M 16,4 Sonderform des Kessels G3
G3 3,8 M 16,4 Kessel für moderne Musik und Blasmusik
G3C 3,7 M 16,4 nach Bach 3C Mt. Vernon (Tamas Velenczei)
G3A 3,8 MS 16,4 Variation zu G3
G3 W 3,8 MS 16,4 „““Wiener““ Variante zu G3″
G7D 3,7 MS 16,4 Kesselform nach Bach 7DW
G4 3,6 S 16,4 seichter Kessel mit weitem Herz
GA4 3,7 SS 16,4 Piccolokessel und Jazz
G5 3,65 S 16,4 geeignet für Jazz, mod. Musik und Piccolo
G6 3,6 SS 16,4 Piccolokessel und Jazz

Die Bezeichnung der Kessel wurde teilweise von existierenden Komplettmundstücken übernommen oder abgeleitet. Durch die ständige Ergänzung und Weiterentwicklung ergeben sich oft verwirrende Bezeichnungen, die meist durch Überlagerung oder Variation mehrerer Kesselformen entstehen.

Die Bohrung des Kessels muss im Modulsystem 3.8mm oder kleiner sein, damit alle Stängelvarianten passen. Sollten besondere Bohrungen gewünscht werden, können diese natürlich individuell angefertigt werden.

Kesselweite: Weite des Kessels an der Trennlinie zum Rand – 2.5mm randeinwärts.
Die gebräuchlichsten Ränder lassen sich in mein System einordnen. Für gewisse Ränder, deren Innenweiten extremer liegen, können die Kessel speziell angepasst werden, bzw. es passen die Kessel der Sondermodellreihen.

Es wurde absichtlich vermieden, den klanglichen Charakter des Kessels zu beschreiben. Erst die Einheit des Systems – Bläser, Mundstück, Instrument, Musikrichtung – kann subjektiv beurteilt werden. Beachten Sie, dass sowohl der Rand als auch die gewählte Stängelbohrung den Klang wesentlich beeinflussen! Für welche Art von Musik ein Kessel (oder Mundstück) geeignet ist, entscheidet ausschließlich der Musiker!

Unser Stängelprogramm im Überblick

Als Sonderwunsch bohren wir jedes Mundstückmodell mit dem Stängelbohrer deiner Wahl.

Beachte, dass jede Bohrung eine spezielle Seelenlänge hat, die auf einige Kessel unseres Sortiments optimiert (z.B. G3 mit „S“, G1 mit „1“, usw.). Nimm´ unsere persönliche Beratung in Anspruch, bevor du einen Testmarathon startest, der nicht ans Ziel führt.

Die Reihung der Stängel erfolgt nach Volumen und geht von groß nach klein.

Modell Kurzbeschreibung
W1 Nachbau eines alten Wiener Schaftes, sonorer Klang.
1 Standardbohrung des G1-Mundstückes, klassischer Orchesterstängel
2 Runder, weicher Ton, für symphonischen Einsatz, Idealkombination mit Kessel G2
G Urform des Stängels Nr. 2, diesem ähnliches Klang- und Anspracheverhalten
W2 Stängelform W1, jedoch enger, daher geringeres Volumen, leichter spielbar
L Garantiert präzise Ansprache; schöner, zentrierter Ton
P Universell einsetzbarer Orchesterstängel, hervorragendes Klangbild
3 Präzise Ansprache, heller, tragender Ton
4 Für junge Bläser gut geeignet, für Piccolo noch zu weit
5 Großer Ton für Piccolo, lange Seele für gute Stimmung im hohen Register
6 Für Bläser, die einen tiefen Kessel brauchen, jedoch wenig Vitalkapazität besitzen
S Leicht spielbar, ohne wesentlichem Qualitätsverlust im Ton, Standardbohrung G3
B Für Jazz und Unterhaltungsmusik, leicht spielbar
J Eng dimensioniert, heller, klarer Ton; gute Höhe, für Piccolo empfohlen
N Für Trompeten mit Perinet-System; gute Resultate mit Piccolo-Trompete
7 Für Jazz und Unterhaltungsmusik. Heller, transparenter Klang
117 Ähnlich der legendären Bohrung der Fa. Bach Corp. Mt. Vernon #117
118 Allroundbohrung für hohe Ansprüche. Lead-Bohrung mit Tragweite
8 Extrem enge Stängelbohrung für Individualisten
Die Ansprüche moderner Trompeten an Bläser und Mundstück, sowie eigens entwickelte Rechenmethoden und daraus resultierender Simulation, führten zur Herstellung von weiteren, leistungsfähigen Stängelbohrungen, die eine wesentliche Bereicherung unseres Sortiments darstellen und empfehlenswert sind.
Modell Kurzbeschreibung
WS Ähnlich W1, für Kesselbohrung 4.0 mm, Megasound
24 großer Orchesterstängel mit Bohrung 24 (entspricht 3.861 mm)
23 großer Orchesterstängel für Bohrung 3.8 mm
89 Angelehnt an die Stängel 2 und 3, gewidmet meinem Sohn Lukas
54 für symphonische Verwendung gedacht, großer Ton
AL8 Weiterentwicklung der L-Bohrung, vergrößertes Volumen führt zu sehr feiner Tonbildung
66 übertrifft alle Erwartungen in Bezug auf Ton und Ausdauer
25 enger Stängel, leicht spielbar, präzise Höhe

Unsere Empfehlungen:

Für symphonischen Einsatz: W1, 1, 23, G, AL8

Für ambitionierte Blechbläser: L, P, S, J,

Für Allrounder: L, S, N, B, 66,

Für Individualisten: 6, 25, 7

Weiterführende Links:

Trompeten-Kessel.pdf

Trompeten-Ränder.pdf

Aktivieren Sie in Ihrem Adobe Reader die „Layer“ Ansicht; blenden Sie Kesselmodelle aus und ein und vergleichen Sie die unterschiedliche Formgebung. Die linke Kesselhälfte zeigt in unterschiedlichen Farben die Radien, welche eine Kesselkontur bilden.

Und welches Breslmair spielen Sie?

  • TP1

    Bewertet mit 5.00 von 5
    99,00

    Das TP1 ist die solide Stütze für ambitionierte Blechbläser auf dem Weg zu absoluter Klangvielfalt sowie Perfektion.Bezaubernd einfache Ansprache besonders in tieferen Lagen kennzeichnen dieses Meisterstück.

    Dieses Mundstück ist sowohl für Trompeten mit Drehventilen als auch für Trompeten mit Pumpventilen (Périnet-Ventilen) geeignet.

    Detail-Spezifikationen:

    • Komplettmundstück
    • Vorgänger: G-Serie
    • Randform: T1
    • Außendurchmesser: 26,98 mm
    • Nennweite: 16,30 mm
    • Kesseltiefe: S
    • Bohrung: 3,66 mm
    • Stengel: R
    • Stengelgröße: eng

    Technische Weiterentwicklung und Verbesserung der legendären G-Serie für die Trompete.

    inkl. 20% MwSt.

  • G2

    119,00209,00

    G2 – Komplettmundstück

    Das weltweit meist geschätzte und meist gespielte Breslmair-Modell.

    Dieses Mundstück wird für Trompeten mit Drehventilen empfohlen. Bitte fragen Sie nach unseren Modellen für Trompeten mit Pumpventilen (Périnet-Ventilen) per Kontaktformular.

    Detail-Spezifikation:

    • Komplettmundstück
    • Randform: G
    • Außendurchmesser: 27,50 mm
    • Nennweite: 16,72 mm
    • Kesseltiefe: Medium
    • Bohrung: 3,80 mm
    • Stengelgröße: weit

    inkl. MwSt.

  • TP2

    Bewertet mit 4.86 von 5
    169,00

    Karls Meisterstück für Ihre Trompete – der treue Begleiter von der Blasmusik bis hin zum gehobenen Orchester.

    Ausdauernder Klanggenuss über das gesamte Spektrum des Blechblasinstruments hinweg kennzeichnen dieses ausbalancierte Mundstück aus der Breslmair Werkstatt.

    Dieses Mundstück wird für Trompeten mit Drehventilen empfohlen. Bitte fragen Sie nach unseren TP-Modellen für Trompeten mit Pumpventilen (Périnet-Ventilen) per Kontaktformular.

    Detail Spezifikationen:

    • Komplettmundstück
    • Vorgänger: G-Serie
    • Randform: T2
    • Außendurchmesser: 27,32 mm
    • Nennweite: 16,65 mm
    • Kesseltiefe: M
    • Bohrung: 3,80 mm
    • Stengel: G
    • Stengelgröße: mittel

    Technische Weiterentwicklung und Verbesserung der legendären G-Serie für die Trompete.

    inkl. 20% MwSt.

Alternativ zur Meisterstück-Serie können individuelle Trompetenmundstücke, gleich ob ein- oder mehrteilig über das Kontaktformular angefragt werden. Das Team rund um Karl Breslmair berät Sie gerne zu Ihrem individuellen Anliegen. Individual-Breslmair erhalten Sie aus der Werkstatt ab € 209 ,–.

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